So, ich habe bei ebay zugeschlagen und es durften einige Jahrhundertwende-Teile bei mir einziehen:
Erstens dieser Unterrock. Er wurde einmal für eine sehr schmale Taille enger gemacht und zweimal gekürzt, bzw. einmal wieder ausgelassen. Er besteht aus Baumwolle und ich bin nicht sicher, ob er schon immer ein Unterrock war oder nicht vielleicht auch mal ein Bettbezug...
Hm! Jedenfalls kann man hier wunderbar Studien am Objekt betreiben. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass Nähte nicht unbedingt versäubert wurden. Zumindest nicht an diesem Unterrock!
Vorne hat er eine kleine, gestopfte Stelle, so fein, dass man es auf den ersten Blick auch nicht unbedingt sieht. Das wiederum hat mich sehr nachdenklich gegenüber unserer Wegwerf-Gesellschaft gemacht.
Hinten habe ich das Band und das innere Taillenband ersetzt, der Rock passt mir jetzt, aber ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich ihn angesichts des Alters auch tragen werde.
Man kann sehr gut erkennen, an welcher Stelle ich die Naht aufgetrennt habe, an den markierten Stellen muss vorher schon einmal gekürzt worden sein. Das ist aber kaum mehr sichtbar.
Sehr erstaunt hat mich die "Stoßkante" unter der vorderen Spitze. Ich hätte sowas eher hinten vermutet, als "Schmutzfänger". Und ich liebe die Biesen!!!!
Dann durfte noch dieser kleine Sonnenschirm bei mir einziehen. Er ist eigentlich in einem sehr guten Zustand, der Stoff ist aber leider mit Wasserflecken übersät, da er wohl entweder im nassen Zustand zusammengelegt, oder aber in einem feuchten Raum gelagert wurde.
Heute habe ich ihn mit einer Mischung aus Backpulver und Wollwaschmittel eine Stunde eingeweicht, ausgespült und anschließend in die pralle Sonne zum Trocknen aufgestellt. Ich habe den Eindruck, die Flecken sind blasser geworden und die Sonne bleicht ja auch :-)
Der Schirm bleibt jetzt so, wie er ist. Ich traue mich nicht, ihn meiner Reinigungsprozedur öfter zu unterziehen, ich weiß nicht, ob der 100 Jahre alte Stoff das so toll findet.
Falls jemand eine harmlose Wasserfleck-Entfernungsmöglichkeit kennt: Immer her mit den Vorschlägen.
Ausserdem gab es noch einen "Spitzen-Schatz", der die Waschmaschine auch gut überstanden hat und so nach und nach eine neue Verwendung an einer noch zu nähenden Klamotte finden wird.
Sonntag, 16. Juni 2013
Sonntag, 26. Mai 2013
Jugendstiloutfit im Einsatz
Gestern auf der Mathildenhöhe, Darmstadts Musenhügel:
Zeitgenössisch gekleidete Menschen im Rahmen der Darmstädter Jugendstiltage 2013.
Ich habe zum ersten Mal um die sieben Stunden in meinem viktorianischen Korsett verbracht, das heisst: gesessen, gelaufen, gestanden, gegessen. Die Schnürung hat im Laufe der Zeit etwas nachgegeben und es war ohnehin nicht sooo fest gezurrt, dass ich keine Luft mehr bekommen habe. Aber: ich habe im Restaurant freiwillig eine Viertel Pizza an meinen Mann abgegeben (ich hatte einfach keinen Platz mehr), das mache ich sonst nicht :-)
Hat also durchaus einen Vorteil, ein Korsett zu tragen!
Danke an mein Kind für die Fotos!
Zeitgenössisch gekleidete Menschen im Rahmen der Darmstädter Jugendstiltage 2013.
Ich habe zum ersten Mal um die sieben Stunden in meinem viktorianischen Korsett verbracht, das heisst: gesessen, gelaufen, gestanden, gegessen. Die Schnürung hat im Laufe der Zeit etwas nachgegeben und es war ohnehin nicht sooo fest gezurrt, dass ich keine Luft mehr bekommen habe. Aber: ich habe im Restaurant freiwillig eine Viertel Pizza an meinen Mann abgegeben (ich hatte einfach keinen Platz mehr), das mache ich sonst nicht :-)
Hat also durchaus einen Vorteil, ein Korsett zu tragen!
Danke an mein Kind für die Fotos!
Donnerstag, 9. Mai 2013
Jugendstilbluse, Vol. 2
Da mir meine erste Probebluse nicht wirklich passt, und ich keine Möglichkeit habe, in der Kürze der Zeit den Schnitt anzupassen, eine neue Probebluse zu nähen und dann das endgültige Modell zu basteln, habe ich mich entschlossen, eine ganz andere Bluse zu nähen. Entschieden habe ich mich für das Modell Folkwear Pattern #205 Gibson Girl Blouse und es passt definitiv besser. Auch hier ist es wieder ein Probemodell, das ich aber am 25. Mai bei unseren Jugendstiltagen tragen werde. Für das nächste Jahr gibt es dann ein fröhlicheres Sommer-Ensemble.
Den Gürtel habe ich nach dem Schnitt Truly Victorian "Edwardian Dip-Waist Belts" aus rotem Seidensatin genäht.
Dazu noch ein Täschchen von meiner Ur-Oma und ein paar feine gestrickte Handschuhe, Hut, Schirm und Fächer von einer lieben Bekannten und fertig ist das Jugendstil-Outfit.
Den Gürtel habe ich nach dem Schnitt Truly Victorian "Edwardian Dip-Waist Belts" aus rotem Seidensatin genäht.
Dazu noch ein Täschchen von meiner Ur-Oma und ein paar feine gestrickte Handschuhe, Hut, Schirm und Fächer von einer lieben Bekannten und fertig ist das Jugendstil-Outfit.
Montag, 22. April 2013
Handschuhe
Bevor ich mich an die lustige Urlaubsbeschäftigung gewagt habe, galt es noch etwas anderes fertigzustellen: Meine "Rokoko-Handschuhe". Es sind eigentlich eher verlängerte Arm-Fingerstulpen. Die Spitze kann zurückgeklappt werden, damit man mehr Fingerfreiheit hat.
Dieses Paar ist natürlich - wie immer - erstmal eins der Probepaare, aus Dupionseide, gefüttert mit dem Oberstoff meines Rokokojäckchens. Hier habe ich mich auch an den ersten Stickversuch gewagt.
Die Daumen habe ich außen aufgesetzt und von Hand festgenäht, ebenso ist die seitliche Naht von Hand. Der Schnitt ist aus Costume Close-Up: Clothing Construction and Pattern, 1750-1790 von Linda Baumgarten. Nicht ganz einfach, man muss den Schnitt erstmal vergrößern und dann ggf. noch anpassen und eine Nähanleitung ist auch nicht dabei. Ich habe bisher 2 Probeteile gemacht, das Endgültige steht noch aus. Oben an der Hand sitzen die Handschuhe noch etwas eng, aber ansonsten passen sie gut. Unversichtbar beim Anziehen ist die "Dehnungsfuge", der lange Strich, (noch) dilettantisch versäubert und gestickt. Das endgültige Paar Handschuhe wird auch noch eine nette Schmuckstickerei auf dem Handrücken bekommen. Eine ganz große Hilfe war mir auch die mit Fotos begleitete Anleitung eines Mitglieds in einem Hobbyschneiderinnen-Forum.
Dieses Paar ist natürlich - wie immer - erstmal eins der Probepaare, aus Dupionseide, gefüttert mit dem Oberstoff meines Rokokojäckchens. Hier habe ich mich auch an den ersten Stickversuch gewagt.
Die Daumen habe ich außen aufgesetzt und von Hand festgenäht, ebenso ist die seitliche Naht von Hand. Der Schnitt ist aus Costume Close-Up: Clothing Construction and Pattern, 1750-1790 von Linda Baumgarten. Nicht ganz einfach, man muss den Schnitt erstmal vergrößern und dann ggf. noch anpassen und eine Nähanleitung ist auch nicht dabei. Ich habe bisher 2 Probeteile gemacht, das Endgültige steht noch aus. Oben an der Hand sitzen die Handschuhe noch etwas eng, aber ansonsten passen sie gut. Unversichtbar beim Anziehen ist die "Dehnungsfuge", der lange Strich, (noch) dilettantisch versäubert und gestickt. Das endgültige Paar Handschuhe wird auch noch eine nette Schmuckstickerei auf dem Handrücken bekommen. Eine ganz große Hilfe war mir auch die mit Fotos begleitete Anleitung eines Mitglieds in einem Hobbyschneiderinnen-Forum.
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