Sonntag, 11. September 2016

Quilted Petticoat, Vol. II

Also die Geschichte mit meinem ersten Versuch ging gründlich in die Hose und wurde abgebrochen: Taft ist einfach kein geeignetes Material.
Ich habe das, was ich schon gemacht habe, wieder auseinander genommen und mich nochmal neu orientiert.
Anregung bekam ich bei Thursdays Child. Und hier im kleinen feinen etsy-Shop gab es das Quiltmuster meiner Wahl, nach diesem Rock.

Ahnung hatte/habe ich immer noch keine, dafür bin ich ambitioniert und hab 3m Seidensatin.

Diesmal war ich schlauer und habe eine Probe gemacht, um ein Gefühl für den Stoff zu bekommen und zu entscheiden, ob die Wattierung 8 oder 4 mm werden soll. Ich habe mich für die dünnere Variante entschieden und Gott-sei-Dank lässt sich das Vlies gut teilen.

Hier kann man den Unterschied bei der Vliesdicke ganz gut sehen

Aus einem weiteren Probeteil wurde ein Etui für meine neue zeitgenössische Sonnenbrille, die ich bei der Zeitreise erstanden habe, und die sich dort gleich bewährt hat.

Im Urlaub habe ich das komplette Projekt angefangen. Da ich keine Ahnung hatte, wie ich das Muster auf den Stoff bekommen soll, hab ich es auf Seidenpapier abgepaust, das wurde mit Stoff, Vlies und Leinen-Futter "verheiratet", ich hoffe einfach mal, dass es so funktioniert. Bei der Hochzeit hatte ich Hilfe von meiner Cousine, leider haben wir beide nicht gemerkt, dass die Stoffe nicht ganz bündig liegen. Ich wollte es nicht nochmal komplett auseinander nehmen, jetzt muss ich mir halt was einfallen lassen, wenn es darum geht Vorder- und Rückteil zu einem Rock zusammenzubauen.
"Hochzeit"

Vorderseite mit Musterpapier

schlecht verheiratete Innenseite

Es geht voran: Nach 2 Tagen

Nach 3 Tagen, aber noch bin ich im Urlaub und habe Zeit...
So weit am 16.9.

27.9.16

So sieht es unter dem Papier aus...

7.10.16, das erste Drittel des Vorderteils ist fertig

6.11.16 Die Vorderseite, ein bißchen freigelegt

Sonntag, 10. Juli 2016

Neue Herausvorderung - Ein gequilteter Rock

Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe. Mein neuestes Projekt ist ein gequilteter Rock. Und das Beste ist: Ich habe vom Quilten überhaupt keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich sowas haben möchte und ich brauche eine Urlaubsbeschäftigung.
Aber ich beginne zu erahnen, dass es wieder eine Jahresaufgabe wird, wie schon beim Schnürmieder.
Ein Problem war das Design. Es gibt im Internet ein Muster, das hübsch ist und für Anfänger geeignet aussah. Aber: Ich habe davon schon zwei Exemplare an historischen Darstellerinnen gesehen, da muss ich nicht mit dem Dritten auftauchen.
Also habe ich beim Kopierer meines Vertrauens ein Muster aus dem Buch "Costume Close-up" vergrößern lassen und das Ganze auf Seidenpapier übertragen. Ich bekam den Tipp, es mit aufzusticken und anschließend wieder zu entfernen. Ich bin gespannt, ob das so klappt.


Beim Stoffhändler meines Vertrauens habe ich 3 m Seidentaft erworben und mich dann entschieden, in einen weiteren Meter zu investieren, damit ich erstmal ausprobieren kann, ob das mit der Quilterei so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Oben liegt also der Seidentaft, in der Mitte eine Wattierung aus Baumwolle und als Futter Leinen. Hört sich schwer an, ist aber vom Gewicht her ganz leicht.



Bevor ich damit aber anfange, steht erstmal noch ein Rock auf dem Programm, damit ich bei unserem Höfischen Gartenfest am 17. Juli in Darmstadts Prinz-Georg-Garten nicht "unten ohne" dastehe, da ich einen Teil meiner Sachen an meine Mama ausgeliehen habe, die das erste Mal mitmacht.
Also, jetzt noch eine Woche arbeiten, dann das Fest und montags gleich endlich in Urlaub...


Dienstag, 19. April 2016

Rokoko Cape

Zum Geburtstag bekam ich dieses Jahr von meiner Freundin den Schnitt für ein Rokoko-Cape (1770 Cloak with Hood von Period Impressions) und von meiner Mutter 4 Meter Wollstoff. Die Kapuze ist mit rosafarbenem Seidentaft gefüttert, der noch bei mir rumlag.


Im Moment arbeite ich an einer Neuauflage des Riding Habit für die Barocktage auf Schloss Clemenswerth

Montag, 15. Februar 2016

Ich war fleißig

Heute kann ich mal wieder ein paar neue Sachen präsentieren:

Caraco, etwas abgewandelt nach einem Schnitt von J.P. Ryan
Meine Interpretation des "Schokoladenmädchen"-Häubchens aus Seide
Neue Chemise, diesmal komplett handgenäht + neues Leinenhäubchen
Neue Bluse, Weste und "Cravatte" zum Jagdkostüm

Montag, 3. August 2015

Jetzt wird's eng...

Die neue Schnürbrust ist fast fertig und nur noch 5 Tage bis zur Zeitreise auf Schloss Eichenzell.



17.08.2015: Ich bin fertig! Siehe hier

Freitag, 17. Juli 2015

Einfache Frau im Rokoko

Für meine diesjährige Teilnahme an der Zeitreise ins 18. Jahrhundert am 8. und 9. August in Schloss Eichenzell bei Fulda, habe ich mich für die Darstellung einer einfachen Frau entschieden.  


Das passt einfach besser zum Lager des Jägercorps, die mir freundlicherweise "Asyl" geben, das heißt ich kann meinen Stuhl und meinen Huckelkorb dort auch stehen lassen und muss nicht alles den ganzen Tag mit mir mitschleppen. Noch fehlen ein paar Kleinigkeiten und ich bin auch mit dem Nähen noch nicht ganz fertig, aber ich freue mich schon sehr auf die Veranstaltung.


08./09.08.2015, auf der Veranstaltung:




Es waren tropische Temperaturen, aber im Schatten konnte man es gut aushalten...

Sonntag, 5. Juli 2015

Häubchen, Häubchen, Vol. 4

Heute habe ich ein Rokoko-Häubchen einer einfachen Frau fertiggestellt. Es ist nach einem Schnitt von "Mill Farm Patterns" komplett handgenäht. So langsam bekomme ich im Handnähen Routine und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.



Mittwoch, 6. Mai 2015

Chronologie des Ankleidens um 1909

Unterhemd
Korsett
Anstandsrock
Unterrock
Korsetthemd (bis auf das Korsett sind bis hierher alle Teile Originale)

Bluse
Rock und Gürtel
Schirm, Handtasche, Handschuhe und Hut
Jetzt fehlt noch eine schöne Frisur und gutes Wetter, dann kann es am 23. Mai losgehen bei den Jugendstiltagen auf der Mathildenhöhe.








Freitag, 20. März 2015

Jahrhundertwende-Bluse und Update

Meine neue Gibson-Girl-Bluse ist fertig und jetzt kann ich mich mit dem Ausgehkostüm beschäftigen. 
Ich habe ein Mock-up des Mantels gemacht und das war gut so, denn es mussten einige Änderungen vorgenommen werden.
Dieses Wochenende will ich den richtigen Stoff zuschneiden. Ich bin gespannt, wie er auf der Bluse aussieht.


Die Schultern sind hier noch viel zu breit. Aber man bekommt schon einen Eindruck...
Ich finde die Anleitung zum Schnitt manchmal nicht so leicht nachvollziehbar. Sie ist auch sehr kurz gehalten und die Schnittteile passen auch nicht überall zusammen (oder ich mache irgendwas falsch). Bleibt mir wieder viel Raum zum Improvisieren...

Update am 23.3.2015:
Inzwischen bin ich schon etwas weiter, aber ich finde das ganze Ensemble noch total langweilig!

Hier ist alles noch gesteckt und ich versuche mich an einer "Kragen-Lösung", aber man bekommt schon eine Vorstellung.
Hier bin ich schon etwas weiter, Jacken- und Rockteile sind aneinandergenäht, der Kragen ist auch nicht endgültig, die Ärmel sind noch gesteckt.

Montag, 23. Februar 2015

Neue Jahrhundertwende-Bluse

Im Mai sind in Darmstadt wieder die Jugendstiltage und dafür arbeite ich an einem neuen Ensemble. Angefangen habe ich mit der Bluse. Ich habe sie vor 2 Jahren schon einmal als Probebluse genäht. Sie wurde nach einem Schnitt von Folkwear gemacht und da er sich bewährt hat, habe ich das Modell erneut gewählt. Diesmal wird es etwas eleganter und aufwändiger. Ich hatte noch 2 Meter eines Baumwoll-Seiden-Stoffs, der mir für die Bluse gut geeignet schien.
Zuerst wurde das "Lätzchen" am Vorderteil mit 2,5 mm breiten Biesen und einer alten Einsatzspitze versehen.


Eigentlich soll man den Stoff hinter der Spitze wegschneiden, das habe ich gelassen. Es sieht so besser aus. Mein Verschwindestift zum Markieren der Biesen tut Gott-sei-Dank was er soll: Nämlich (nach und nach) verschwinden.

Auch in den unteren Teil des Vorderteils habe ich Biesen und Spitze genäht. Das Ganze sah dann gestern Abend schon so aus:



Für den Stehkragen habe ich 3 Reihen Spitze mit der Hand aneinander genäht.
Außerdem habe ich zum ersten Mal eine Französische Naht ausprobiert und bin von dem Ergebnis wirklich beeindruckt. Da der Stoff so dünn ist, ist es mit dem Versäubern der Nähte nicht so einfach und da sieht so eine Naht einfach absolut "sauber" aus. Wenn man es einmal verstanden hat, ist es gar nicht so schwer, ausser beim Ärmel einsetzen, da stören die eingelesenen Falten ein bißchen, aber es geht.


Stoff links auf links ca. 1/2 cm von der Kante durchnähen



Stoff zurück, rechts auf rechts legen, bei ca. 0,8 cm durchnähen, dann hat man innen eine saubere Kante.
Naht von der Außenseite
Ich hoffe, dass ich mit der Bluse bis Ende der Woche fertig werde, dann widme ich mich dem Ausgehkostum.
Edwardian Coat Suit 1909 von Rocking Horse Farm, RH909

Samstag, 7. Februar 2015

Riding Habit

So, es ist vollbracht: Das Riding Habit ist fertig - Fast! 
Eine Weste aus rotem Samt für unter die Jacke fehlt noch, aber das hat Zeit. Die Zeitreise ins 18. Jahrhundert bei Fulda ist erst im August und wer weiß, was dann für ein Wetter ist.
Morgen ist es auf jeden Fall noch kalt und dafür habe ich jetzt ein wollenes Gewand.


Der Hut ist mir ein bißchen zu groß, gehört er doch eigentlich dem großen Kind, aber ich habe im Moment noch nichts anderes. Auch das Halstuch gehört eigentlich per Hand gesäumt, das habe ich aus Zeitmangel gelassen, aber irgendwann kann ich auch noch ein neues machen. Die Knopflöcher an der Jacke und alle sichtbaren Nähte sind, wie immer, per Hand genäht. Ebenso wie an diesem Shirt:



Es basiert auf einem Hemdenschnitt aus dem Buch von Janet Arnold "Costume Close up". Ich habe ihn ein bißchen abgewandelt und mich bei der Anleitung hier bei Katherine orientiert. 
Die Schnürung des Korsetts entbehrt jedweder Authentizität, meine neue ist immer noch in Arbeit.


Update am 06.06.2016:

Ich habe mir für die Barocktage auf Schloss Clemenswerth ein neues Reit-/Reisekostüm genäht. Es ist aus einem leichteren Wollstoff als das Erste und hat ein bißchen mehr Verzierung. Gefüttert ist es mit Leinen und silberfarbener Seide. Die Aufschläge und der Kragen sind aus dunkelblauem Samt, die Verzierung ist Seidenborte.
Dazu kam ein neues Hemd aus Leinen mit alter Spitzenauszier. Und auch den Hut habe ich noch ein bißchen "gepimpt".